
„Sand – verschiedenartig wie die Menschheit selbst“
(Projektbeschreibung)
Allgemeines zum Thema Sand:
Sand ist kein besonderer Stoff - vordergründig betrachtet. Selten
schenken wir ihm so viel Beachtung, dass uns die unterschiedlichen Farben
und Formen der einzelnen Sandkörner auffallen. Als Individuum völlig
unscheinbar, werden Sandkörner in der Masse zu einem Element mit
bemerkenswerten Fähigkeiten. Manchmal trocken und heiß, ein
anderes Mal kühl und nass, einerseits weich und formbar, andererseits
hart und beständig - im Sand vereinen sich scheinbar gegensätzliche
Eigenschaften. Obwohl ein Produkt des Zerfalls, symbolisiert Sand auch
kreatives Gestalten, das Entstehen neuer Formen, nicht nur in der Sandkiste
unserer Nachwuchsarchitekten. Sand formt grandiose Naturlandschaften und
stellt gleichzeitig das Fundament dar, auf dem viele Errungenschaften
einer modernen Industriegesellschaft basieren.
Sand entsteht durch physikalische und chemische Verwitterung anderer Gesteine.
Ursprüngliches Ausgangsmaterial sind magmatische und metamorphe Gesteine
(z. B. Granit), aus denen typischerweise die Kristalle der mineralischen
Bestandteile herausgelöst werden. Durch die Schwerkraft, durch Wind
und Wasser werden die Körner transportiert und dabei sowohl durchmischt
als auch sortiert.
Durch mechanische Einflüsse beim Transport ändert sich die Form
der Einzelkörner; generell werden Ecken und Kanten umso mehr gerundet
und abgeschliffen, je länger der Transportweg ist. Dies ist allerdings
kein linearer Prozess: Je runder und kleiner die Körner werden, umso
widerstandsfähiger sind sie gegen weitere Veränderungen. Untersuchungen
ergaben, dass häufig ein Transportweg von Tausenden von Kilometern
nötig ist, um Sandkörner mittlerer Größe auch nur
mäßig zu verrunden.
Beim Transport entlang von Flussläufen können diese Weglängen
nur selten erreicht werden, und auch die stetigen Bewegungen in der Brandungszone
eines Strandes reichen in den meisten Fällen nicht aus, um die Rundung
von Sandkörnern zu erklären, besonders, wenn der Sand hauptsächlich
aus widerstandsfähigem Quarz besteht. Der weitaus größte
Teil des auf der Erde vorkommenden Sandes stammt daher aus Sandsteinen
und hat somit schon mehrere Erosionszyklen hinter sich: Sand wird abgelagert
(sedimentiert), überdeckt durch andere Sedimente, verfestigt sich,
und die Körner werden durch Bindemittel miteinander verkittet. Wenn
die Gesteine nach einer tektonischen Hebung wieder der Erosion ausgesetzt
sind, werden die Einzelkörner freipräpariert und beim folgenden
Transport wieder ein wenig weiter abgerundet, und es schließt sich
ein weiterer Zyklus an. Selbst wenn man eine Zyklusdauer von 200 Millionen
Jahren annimmt, so kann ein heutiges, gut gerundetes Quarz-Sandkorn durchaus
zehn Erosionszyklen und damit fast die halbe Erdgeschichte durchlaufen
haben.
Als Sonderfall ist Sand zu sehen, der aus den Überresten abgestorbener
Lebewesen gebildet wurde, beispielsweise Muscheln oder Korallen. In geologischen
Zeiträumen betrachtet, ist dieser Sand sehr kurzlebig.
Ebenso vielfältig wie die Zusammensetzung sind auch die Farbtönungen
natürlicher Sande.
Mit den Augen eines Physikers betrachtet ist Sand eine ebenso spannende
wie komplizierte Materie, die manche überraschende Verhaltensweise
zeigt, sich teils wie ein Festkörper, teils wie eine Flüssigkeit
verhält.
Schon eine einfache Sanduhr kann sich als aufschlussreiches Versuchsinstrument
erweisen. Auf den ersten Blick ähnelt das gleichmäßige
Rieseln der feinen Gesteinskörnchen dem Ausgießen einer Flüssigkeit.
Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied. Die Flüssigkeitsmenge,
die durch eine Öffnung fließt, hängt von der Höhe
der Flüssigkeitssäule über dieser Öffnung ab. Dagegen
rinnt in einer Sanduhr immer die gleiche Menge Sand pro Zeiteinheit durch
die Verengung, unabhängig von der Höhe der Sandsäule darüber.
Das ist auch der Grund, weshalb Sand überhaupt zur Zeitmessung genutzt
werden kann
Das Projekt:
Von möglichst vielen Ländern der Erde (im Optimalfall von jedem
Land) soll mindestens eine Sandprobe, mehrere oder so viel wie möglich
verwendet werden.
Von jeder Sandprobe wird nun eine 17 x 17 cm große Fläche auf
eine Leinwand geklebt, es sollen auf diese Weise mehrere (zahlreiche)
Leinwände im Format von 145 x 145 cm entstehen, wo diese Quadrate
aus Sand nebeneinander angeordnet sind und so die Verschiedenartigkeit
der Sande präsentieren. So ergeben sich pro Leinwand 7 x 7 Quadrate
aus Sand, also 49 Flächen.
Da das Projekt ein fortlaufendes ist und somit kein Ablaufdatum besitzt,
können natürlich beliebig viele Leinwände entstehen, je
nachdem wie viele verschiedene Sande der Künstler sammelt bzw. von
Unterstützern des Projektes erhält.
Zu jedem vollständigem Bild wird auch in einem Informationsblatt
zu sehen sein, woher der Sand stammt, eine möglichst genaue Beschreibung
des Fundortes, das Sammeldatum, Besonderheiten des Sandes oder des Fundortes
und wer ihn für das Projekt „gespendet“ hat. Es kann
sich somit jeder, der mit dem Künstler in Kontakt tritt und ihm eine
Sandprobe zur Verfügung stellt, am Projekt als aktiver „Unterstützer“
mitwirken.
Die Botschaft, die damit zu vermitteln versucht wird, ist folgende:
Sande sind genauso verschieden wie die Menschen, oberflächlich und
aus einer Entfernung betrachtet besteht beim Sand wie bei den Menschen
nur ein Unterschied auf Grund der Farbe und Größe. Genaugenommen
ist jedes Sandkorn wie jeder Mensch ein Unikum.
Es gibt allerdings noch eine Leinwand (bei längerer Dauer und größerem
Umfang des Projektes können es auch mehr werden), wo von jeder Sandprobe
ungefähr zwei Esslöffel drübergestreut werden. Somit ergibt
sich ein Bild mit einer Sandmischung aus allen Ländern der Erde –
als einfaches Sinnbild für den ultimativen Traum der Menschheit:
Ein Miteinander, Nebeneinander, Durcheinander von allen Sanden als Symbol
für ein friedliches Miteinander, Nebeneinander, Durcheinander von
allen Ländern, Rassen, Religionen und Kulturen.
Allgemeines zum Projekt:
Untergrund der Leinwände: schwarz
Geklebt wird der Sand mit verschiedenen Mischungen aus diversen Klebstoffen,
je nachdem wie der Sand beschaffen ist.
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